Von   9. April 2015

Trekkingrad Langzeitvergleich

Trekkingrad DauertestMit einem Fahrrad unterwegs sein: Das wird nicht nur bei Ausflüglern immer beliebter, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit findet sich immer häufiger das Fahrrad wieder. Dabei gehören Trekkingräder zu den Modellen, die sich für Stadtfahrten, aber auch für Touren über anspruchsvolles Gelände eignen.

Die Stiftung Warentest hatte 2015 neunzehn Trekkingräder getestet. Dabei wurden sieben mit „mangelhaft“, acht mit „ausreichend“, drei mit „befriedigend“ und nur ein Rad mit „gut“ bewertet.

So verlief der Test

Bei ihrem Test simulierte die Stiftung Warentest eine Fahrleistung von bis zu 24.000 Kilometern. Dabei gingen sieben Räder schon auf halber Strecke zu Bruch, teilweise schon nach nur wenigen Tausend Kilometern. Vier weitere Trekkingräder scheiterten allerdings erst auf der letzten Etappe. Hauptkritikpunkte waren Sattelstütze, Gabel, Lenker oder Rahmen, die sich allesamt als nicht stabil genug erwiesen.

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Manacor, Artà und Ermita de Betlem: Schöner hätte es auf Mallorca nicht sein können. Also strampelten Ende Februar sechs Männer und zwei Frauen insgesamt über eine Distanz von 7.500 Kilometer. Es sollte getestet werden, wie das Fahrverhalten der Trekkingräder ist, sie bequem sind und ob die Schaltung gut abgestimmt ist. Weiteres Kriterium war die Prüfung, ob die Fahrräder auch mit Gepäck noch sicher auf der Spur bleibt.

Das Team hatte die Aufgabe, bei jedem Zwischenhalt Checklisten und Fragebögen auszufüllen. Doch jetzt kam schon die erste Hiobsbotschaft: Das „Centurion Siena“ musste sofort verlassen werden. Nicht wegen eines Sturzes in den Bergen Mallorcas, sondern wegen eines Bruchs im Labor.

Trekkingrad FederungDer Lenkervorbau des „Centurion Siena“ brach im Belastungstest plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung schon nach einer im Labor simulierten Fahrleistung von nur 1.350 Kilometern. Dadurch ließ sich das Fahrrad überhaupt nicht mehr steuern, was auf einer Straße lebensgefährlich gewesen wäre. Die Stiftung Warentest informierte den Hersteller unverzüglich und warnte vor dem Fahrrad zusätzlich im Internet. Anschließend rief der Hersteller die Räder sofort zurück und ließ die Lenkervorbauten kostenlos austauschen. Neben dem Modell „Siena“ waren von Centurion noch die Modelle „Milano“, „Toscana“, „Cross LRS1“ und „Cross Over“ betroffen.

Vorher wurde im Labor geprüft

Alle Komponenten wurden von der Stiftung Warentest auf speziellen Maschinen im Labor geprüft. Diese Maschinen simulierten dabei eine Fahrleistung von immerhin 24.000 Kilometern. Jedoch machten auch die Räder der Konkurrenten im Test kein gutes Rennen. Bei elf Rädern brachen Sattelstützen, Gabel, Lenker oder der Rahmen.

Natürlich sind 24.000 Kilometer sehr viel, weil die meisten Radfahrer etwa „nur“ eintausend Kilometer pro Jahr fahren. Trotz dieser großen Belastung, die den Rädern zugemutet wurde, müssen gute Fahrräder auch derart harte Strapazen durchstehen. Dabei geht es immerhin um die Sicherheit, bei der auch Reserven mitzuzählen haben. Wer beispielsweise täglich zwölf Kilometer zur Arbeit zurücklegt, kommt mit dieser Leistung pro Jahr immerhin auf über 2.400 Kilometer.

Insgesamt überstanden acht Trekkingräder den Belastungstest ohne jeglichen Schaden. Allerdings scheiterten vier jedoch später beim Bremsentest. Vier weitere Räder schafften es weiter und blieben immerhin bis zu einer Spanne von 14.000 bis 23.000 Kilometern im Rennen, was als durchaus ausreichend angesehen werden kann.

Sieben Räder wurden allerdings mit „mangelhaft“ bewertet. Teilweise erfolgte ein Bruch nach nur 1.350 bis 10.500 Kilometern. Bei Modell „Herkules Fuerte“ war es noch schlimmer. Hier gingen gleich drei Komponenten kaputt: Zum einen brach die Sattelstütze nach nur 2.100 Kilometern und die Gabel brach bei 16.500 Kilometern. Bei etwa 23.000 Kilometern, brach dann noch der Lenker.

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Bremse auf dem Prüfstand

Als weitere Komponente des Tests prüfte die Stiftung Warentest die Bremswirkung der Räder mit Messgeräten. Bei den Bremse des TestsiegersModellen „Baur“, „Giant„, „KTM““, „Puch“ und „Raleigh“ versagten bei Nässe die Bremse. Dieses Verfehlen der DIN-Norm führte dazu, dass die Note „mangelhaft“ vergeben wurde. Dabei stellten sich die jetzt als „mangelhaft“ bewerteten Räder „Giant Tourer 21“ und „KTM Life Fun“ sonst als gut heraus, denn sie fuhren sonst im Praxistest in der vorderen Reihe mit. Auch könnte ein Austausch der Bremsbeläge diese Räder wieder mit an die Spitze führen. Die Anbieter der Modelle, die beim Bremsen versagten, wurden durch die Stiftung Warentest benachrichtigt.

Zwischenzeitlich gab es auch auf Mallorca durch die Tester zahlreiche Kritik. Beim bergab fahren begannen viele Räder, besonders mit Gepäck, zu flattern. Die Modelle „Quelle Mars Trekking“, „Bauer Universal Hattrick“ und „Schauff Navarra“ sowie das „Prophete Alu Rex 1444“ schnitten besonders schlecht ab. Diese Räder erhielten insgesamt nur ausreichend. Dabei erhielt selbst ein teures Rad, wie das „Corratec B-Drive“ bei der Prüfung der Fahreigenschaften nur die Note „befriedigend“ und das bei einem Preis von immerhin 700,00 Euro. Die Nabenschaltung dieses Rades ist eher für ebene Strecken geeignet, wobei am Berg selbst acht Gänge nicht ausreichend waren.

Der Testsieger war das Modell „Stevens Jazz“. Es zeichnete sich durch Leichtgängigkeit am Berg, gute Lenkergriffe und stabiles Fahrverhalten aus. Es bewies im Test beste Fahreigenschaften. Der Preis liegt bei etwa 500,00 Euro.

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